Jazzclub Karlsruhe
die Geschichte
1945
Nach Jahren der Zensur durch die Reichsmusikkammer entsteht das Jazzleben in Karlsruhe neu
Gründung …
1946
… als “Point-Club” im Café am Zoo und …
1948
… im Café Museum in der Waldstraße.
1949
Jazzclub «Der Schlüssel e.V.»
im ehemaligen Amerikahaus.
Topveranstaltungen: Teddy Ley Band im Passage-Palast, Moderation: Dieter Zimmerle.
1952
«Der Schlüssel» wird zum
Jazzclub Karlsruhe e.V.
weiterhin im Amerikahaus und im Salmen.
1953
Erste Großveranstaltungen
Kurt Edelhagen Allstars und Franz von Klenck in der Stadthalle.

1954
Jazzclub 54 e.V.
Einzug in den Jazzkeller in der Lessingstraße 70
Jetzt ging es richtig los: Gebrüder Mangelsdorff, Gary Weinkopf, Karl Sanner, Jutta Hipp, Attila Zoller, Joki Freund und Hans Koller, Spree City Stompers und Albert Nicolas. Catherina Valente gastierte in der Spinne. Der Club wurde Mitglied in der Deutschen Jazzföderation und arbeitete mit dem Deutsch-Amerikanischen Club zusammen.

1956
Bob Cooper und Bud Shank mit der Albert-Mangelsdorff-Combo. Jazzclub “Spinne” in der Amalienstraße, später in der Adler-/Zähringerstraße und Kakadu-Bar Amalien-/Waldstraße.
1958
“Spinne” im Markgräflichen Palais und “Club 54” in der Lessingstraße mit der Modern Jazz Group Karlsruhe als Hausband mit U. Stengel, dr; A. Classen, sax; W. Bernd, b; Joos, flh; Zimmer, p

1963
Laboratorium
Eröffnung des Laboratorium in der Lessingstraße. Neben Jazzveranstaltungen finden auch Ausstellungen und Dichterlesungen statt.

1966 — 1967
Jazzclublose, traurige Zeit.
1968
Werkstatt 68
Neuer Jazzarbeitskreis unter der Leitung von Roland Blume innerhalb der “Werkstatt 68”. Aktivitäten in der Jugendarbeit, Vorträge, Plattenabende, Jam-Sessions, Filmvorführungen.
1969
28. November 1969
Gründung des
Jazzclub Karlsruhe e.V.
29. November 1969
1. Karlsruher Jazz-Meeting
u.a. mit Mama’s Washhouse Stompers und dem Modern Jazz Quintett Karlsruhe mit prominenter Besetzung: Helmut Zimmer p, Herbert Joos tr, Winfried “Rimskij” Eichhorn sax, Claus Bühler b, Rudolf “King” Theilmann dr.

1970
29. April 1970
Umzug in den Pub
Besichtigung des Jazzkellers in der Lessingstr. 70 durch die Städtische Branddirektion. Die sich anschließenden Auflagen zwingen den Jazzclub in die Cafeteria der Pädagogischen Hochschule in der Bismarckstr. 12, Pub genannt, umzuziehen.

6. Dezember 1970
2. Karlsruher Jazz-Meeting
in der Stadthalle in Zusammenarbeit mit Joachim-Ernst Berendt (siehe 1956) vom SWF. Mit dabei u.a. Mama’s Washhouse Stompers, College Dixie Union, Latin Jazz Band, Albert Louis Jazzband.

1971
3. Karslruher Jazz-Meeting
in der Stadthalle, u.a. mit Mama’s Washhouse Stompers, College Swing Union, Oskar Klein’s Bluesmen.
1972
9. Juni 1972
Albert Mangelsdorff Quintett
4. November 1972
Eddie Boyd Trio
16. Dezember 1972
4. Karslruher Jazz-Meeting
“Treffpunkt-Jazz” Veranstaltung des SDR, u.a. mit Carlo Bäder Big Band, Boogie Woogie Company, Johnny Mars Bluesband.
1973
Mit dem Auszug des Pächters des Pub verliert der Jazzclub seine Spielstätte und muss abermals umziehen.
31. März 1973
Großes Abschiedskonzert im Pub
mit Swing Union (u.a. mit Roland Blume) und anschließender Jam-Session.
31. März 1973
Roland Blume im BNN-Interview
Blume: “Der Jazzclub hat keine Lobby (…). Für viele ist Jazz Urwaldmusik, die Jazz-Fans gelten häufig als Aussenseiter oder werden gar mit Hasch in Verbindung gebracht. (…) Wir suchen dringend einen geeigneten Raum, der nicht nur für Konzerte, sondern auch für die Clubarbeit (…). Ich vermisse in Karlsruhe ein kulturelles Jugendzentrum, in dem u.a. auch die Jazz-Fans ein festes Domizil haben.”
1. April 1973
Die BNN berichtet:
“Es bleibt zu hoffen, dass die Karlsruher Jazz-Geschichte mit der Schließung des Pub nur vorerst abgeschlossen ist und den Jazz-Musikern nach dieser letzten und so eindrucksvollen Demonstration ihrer Spielfreude und ihres Könnens bald die Möglichkeit gegeben wird, in einem neuen Domizil die jetzt so jäh abgebrochenen Aktivitäten wiederaufzunehmen und weiterzuführen.”
16. Mai 1973
Hot-Jazz Meeting
im Albert-Schweizer-Saal, u.a. mit Spiritual Chor Karlsruhe, Mama’s Washhouse Stompers, Swing Union.
September 1973
Umzug ins Café Carmen
Heinz Weber, Geschäftsführer des Musikhauses Thibaut und des Café Carmen, stellt unentgeltlich die Kellerräume des Cafés in der Hirschstraße 3 zur Verfügung.

14. Oktober 1973
Eröffnungskonzert
mit Oscar Klein’s Bluesmen.


17. November 1973
Hans Koller’s “Free Sound”
Erstmals ein Vertreter der damaligen Jazz-Avantgarde in Karlsruhe. BNN vom 22.11.1973: “Die Publikumsreaktionen an diesem Abend lassen auf ein immer größeres Interesse und auch ein wachsendes Verständnis für den neuen Jazz schließen (…
14. Dezember 1973
5. Karlsruher Jazzmeeting
1974
2. März 1974
Errol Dixon
1. Juni 1974
Willie Mabon

30. Juni 1974
Emil Mangelsdorff & Walter Strerath Group

13. Oktober 1974
Albert Mangelsdorff Quartet
November 1974
Abdullah Ibrahim
Die Qualität des Klavieres im Café Carmen, eine Leihgabe des Geschäftsführers, muss indiskutabel schlecht gewesen sein. Abdulla Ibrahim, zu dieser Zeit noch als Dollar Brand unterwegs, sagte sein Konzert nach Begutachtung des Instrumentes kurzerhand ab.
Dezember 1974
Das Geld wird knapp
Der Jazz war für die Stadtverwaltung noch immer nicht subventionsfähig, das Geld wird knapp. Werbemaßnahmen fallen aus, Besucherzahlen gehen runter. Am 15.12.1974 spielt Oscar Klein’s Bluesmen zum Abschied im Café Carmen. Es beginnt “die zweite traurige, jazzfreie Zeit” nach 1964–66.