Jazz­club Karls­ru­he

die Geschich­te

1975

8. März 1975

1. Jazz­ma­ti­nee

Im Badi­schen Staats­thea­ter fin­det die ers­te Jazz­ma­ti­nee statt. Zu Gast sind die Hap­py Swing Five.

April 1975

Umzug

Der Club spricht im April erneut bei der Stadt vor. Wer­be­mög­lich­kei­ten und eine finan­zi­el­le Sofort­hil­fe wer­den bewil­ligt. Umzug in den Apfel­kel­ler in der Kro­nen­stra­ße 5

6. Juni 1975

Karls­ru­her Jazz­mee­ting

Abschluss­ver­an­stal­tung des Jazz­band­wett­be­werbs “Jugend Baden-Würt­tem­berg” in Zusam­men­ar­beit mit dem Kul­tus­mi­nis­te­ri­um und dem SDR mit L. Schmitz Music, Tabas­co, Kuno Schmid Trio, Rei­ner Oli­va Group.

Sep­tem­ber 1975 — Dezem­ber 1975

Kon­zert-Höhe­punk­te

Mom­ba­sa (19.9.),
Litt­le Brot­her Mont­go­me­ry (17.10.),
Hans Kol­ler (29.10.),
Zbi­gniew Sei­fert (21.11.),
Ken Rho­des (12.12.) u.a.

17. Sep­tem­ber 1975

Eröff­nungs­kon­zert im Apfel­kel­ler

mit dem Joe Rapp Quin­tett. Jeden Mitt­woch und Frei­tag wird nun kon­zer­tiert.

1976

Kon­zert­high­lights

Fre­de­ric Rabold Crew (30.1. & 19.11.1976),
John­ny Grif­fin (4.2.1976),
Toto Blanke’s Elec­tric Cir­cus (20.2.1976),
Jas­per van”t Hof (März 1976),
Blind John Davis (14.4.1976),
Gun­ter Ham­pel & His Gala­xie Dre­am­band (28.4.1976),
Cham­pi­on Jack Dupree (19.05.1976, ein­hei­mi­sche Musi­ker spran­gen für den nicht erschie­ne­nen Cham­pi­on Jack ein),
Han­ni­bal Mar­vin Peter­son (9.6.1976),
Migh­ty Flea Con­nors (25.9.1976),
Char­ly Anto­li­ni Quar­tett (1.10.1976),
Sun­ny­land Slim (16.10.1976).

Febru­ar 1976

Expe­ri­men­te

Free-Jazz Lieb­ha­ber, Saxo­fo­nist und Flö­tist Wil­fried Eich­horn plat­ziert eine neue Ver­an­stal­tungs­rei­he, die “Expe­ri­men­te”. Bei frei­em Ein­tritt kön­nen New­co­mer ihre ers­ten Geh­ver­su­che unter­neh­men, oder ander­wei­tig expe­ri­men­tie­ren: Film­ver­to­nun­gen, Lyrik und Jazz, Live-Elek­tro­nik bis hin zu Pan­to­mi­me, Kara­te­vor­füh­run­gen und Schat­ten­thea­ter. Aus die­sem For­mat geht die noch heu­te monat­lich aus­ge­tra­ge­ne Jazz­club Jam-Ses­si­on her­vor.

März 1976

Vor­stands­wech­sel & Pro-Jazz­club

Wil­fried Eich­horn löst Roland Blu­me als 1. Vor­sit­zen­den ab. Da die Besu­cher­zah­len seit Sep­tem­ber 1975 ste­tig abneh­men, tre­ten eini­ge loka­le Grup­pen unter der Mar­ke “Pro-Jazz­club” unent­gelt­lich auf.

3. Mai 1976

Jazz-Mee­ting “Fes­ti­val der guten Taten”

Erfolg­rei­ches Kon­zert für die “Akti­on Sor­gen­kind” im Fest­zelt im Schloss­gar­ten mit ca. 1.200 Besu­chern trotz eini­ger tech­ni­scher Wid­rig­kei­ten. Pro­ble­ma­tisch war die Akus­tik, in der Zelt­mit­te waren ein­zel­ne Töne nicht mehr wahr­nehm­bar, ganz hin­ten klang es wie aus einem Tran­sis­tor­ra­dio. Mikro­pho­ne fie­len zeit­wei­se aus und wäh­rend die Car­lo Bäder Big­band spiel­te fiel gar für 20 Minu­ten der Strom aus. Mit dabei: Bob Hall & Geor­ge Green, Oscar Klein’s Blues­men, Mamas Wash­board Stom­pers, Car­lo Bäder Big­band, Big Band 70.

Sep­tem­ber 1976

Umzug in den Post­wirt­kel­ler

Durch einen Päch­ter­wech­sel ver­liert der Jazz­club im August 1976 erneut sei­ne Spiel­stät­te und zieht im Sep­tem­ber in den Post­wirt­kel­ler am Euro­pa­platz, Kapa­zi­tät: 120 Sitz­plät­ze. Am 11.09.1976 fin­det das Eröff­nungs­kon­zert mit der Dixie­land Swing Com­pa­ny statt. Trotz­dem bit­tet Vor­stand Eich­horn die Stadt Karls­ru­he am 12.10.1976 den Jazz­club als “Raum­su­chen­de” vor­zu­mer­ken.

4. Sep­tem­ber 1976 — 5. Sep­tem­ber 1976

Badi­sches Hei­mat­fest

Der Jazz­club betei­ligt sich an die­sem Karls­ru­her Stras­sen­fest: Über 2.000 Akteu­re aus rund 60 badi­schen Städ­ten und Gemein­den und 100.000 Besu­cher wer­den erwar­tet. BNN: “Rund 400.00 kamen – Karlsruhes Innen­stadt platz­te aus alles Näh­ten.” Der Jazz­club prä­sen­tiert im Foy­er der Wirt­schafts­ober­schu­le am Ett­lin­ger Tor an 2 Tagen 16 Stun­den Jazz­mu­sik mit aus­schließ­lich Karls­ru­her Grup­pen, u.a. Roland Blu­mes Con­don Band, ULF, Four­menon­ly.

7. Okto­ber 1976

Badi­scher Kunst­ver­ein

Mit der Ver­an­stal­tung “Poe­sie & Jazz” beginnt die bis heu­te frucht­ba­re Zusam­men­ar­beit mit dem Badi­schen Kunst­ver­ein.

1977

Kon­zert-High­lights

Pony Poin­dex­ter & Ken Rho­des Group (21.1.1977),
Wil­lie Mabon (22.1. & 10.12.1977),
Heinz Sau­er + Mal­let Con­nec­tion (25.2.1977),
Schlip­pen­bach Quar­tett (4.3.1977),
Errol Dixon (26.03.),
Eddie “Cle­an­head” Vin­son (23.4.1977),
Blind John Davis (21.5.1977),
Eddie Boyd (24.9.1977),
Her­bert Joos Quar­tett (21.10.1977),
AME­RI­CAN BLUES FES­TI­VAL mit Tom­my Tucker, Lou­sia­na Red, Dr. Ross (19.11.1977)

links: Eddie Boyd, Post­wirt­kel­ler, 24.9.1977 | rechts: Ame­ri­can Blues Stars, Post­wirt­kel­ler, 19.11.1977

four­menon­ly + one, Jazz Mati­nee im Badi­schen Kunst­ver­ein, 4.3.1977 / Pla­kat-Gestal­tung: Rei­ner Haeb­ler

2. Mai 1977

Kon­zert für “Ein Platz an der Son­ne”

Im Fest­zelt beim KSC fin­det eine gro­ße Ver­an­stal­tung für “Ein Platz an der Son­ne” statt. Nach eini­gen finan­zi­el­len Zuwen­dun­gen der Stadt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, benen­nen alle drei Frak­tio­nen des Stadt­rats jeweils einen Ver­tre­ter als Schirm­herr. Auf­grund der schlech­ten Besu­cher­zah­len, lt. BNN vom 05.05.1977 kamen bloß 400 Gäs­te, spitzt sich die finan­zi­el­le Lage des Jazz­club wei­ter zu. Mit dabei sind Oscar Klein & Gün­ter Boas’ Blues­men, Pony Poin­dex­ter Quar­tett, Fre­de­ric Rabold Crew und Wald­schrat als Vor­band.

Jazz­club Pro­gramm­pla­kat, Mai/Juni 1977

1. Dezem­ber 1977

Streit im Jazz­club

Über die finan­zi­el­le Lage ent­zün­det sich wäh­rend der Jah­res­haupt­ver­samm­lung ein Streit um die ästhe­ti­sche Aus­rich­tung zwi­schen den Tra­di­tio­na­lis­ten um Roland Blu­me und den Moder­nen um Wil­fried Eich­horn. Die­ser führt zu Eich­horns Rück­tritt als 1. Vor­sit­zen­den. Hen­ner Kah­lert, bis­lang der 2. Vor­sit­zen­de, über­nimmt das Ruder. Blu­me und Eich­horn blei­ben als Pro­gramm­ge­stal­ter aktiv. Der Kul­tur­re­fe­rent Emil Schil­ler nennt den Jazz­club in einem Inter­view eine “för­der­wür­di­ge Ver­ei­ni­gung”.

17. Dezem­ber 1977

Karls­ru­her Jazz­mee­ting

In Zusam­men­ar­beit mit dem SDR fin­det das Fes­ti­val mit der Radio Jazz Group Stutt­gart (Lei­tung Wolf­gang Dau­ner), und das eigens gegrün­de­te Inter­ac­tion Jazz Orches­ter Karls­ru­he, kurz IAJOK, in der Stadt­hal­le statt. Unter den 27 Mit­glie­dern des Orches­ters ver­sam­meln sich zahl­rei­che Musi­ker des Jazz­club, u.a. Wil­fried Eich­horn, Rudolf Theil­mann, Hel­mut Zim­mer, Rei­ner Haeb­ler. Band­lea­der ist Franz Rauls.

1978

Kon­zert-High­lights

Bob Car­ter (24.01.),
Jas­per van’t Hof (27.1.1978),
Tony Scott & The Indo­ne­si­an All-Stars (15.2.1978),
Alex­an­der von Schlip­pen­bach (3.3.1978),
Lock­jaw Davis & Sweets Edi­son & Hab­la Trio (14.3.1978),
Errol Dixon (18.03.), Bud­dy Tate & Hab­la Trio (25.4.1978),
Pea­nuts Hucko & Hab­la Trio (2.5.1978),
Char­ly Antolini’s Jazz Power (6.5.1978),
Hans Kol­ler – Her­bert Joos Quar­tett (12.5.1978),
Doug Ham­mond Trio (19.5. & 6.10.1978,
Pia­no Red: Dr. Feel­good (20.5.1978),
Eddie ‘Cle­an­head’ Vin­son (3.6.1978)

Jazz Mati­nee, Bad. Kunst­ver­ein, 16.7.1978 / Pla­kat-Pla­kat-Gestal­tung: Rei­ner Haeb­ler

16. Sep­tem­ber 1978 — 17. Sep­tem­ber 1978

Karls­ru­her Kul­tur­markt

Der Jazz­club ist Mit­be­grün­der des Karls­ru­her Kul­tur­markts, der fort­an jähr­lich aus­ge­tra­ge­nen und größ­ten ört­li­chen Kul­tur­ver­an­stal­tung der nahen Regi­on, mit bis zu 50.000 Besu­chern.

Der Jazz­club ist Mit­be­grün­der des Karls­ru­her Kul­tur­markts, der fort­an jähr­lich aus­ge­tra­ge­nen und größ­ten ört­li­chen Kul­tur­ver­an­stal­tung der nahen Regi­on, mit bis zu 50.000 Besu­chern.

Dezem­ber 1978

Erneut am Schei­de­weg

Das Ver­hält­nis des Jazz­clubs zum Betrei­ber des Post­wirt­kel­lers ver­schlech­tert sich zuse­hends und gip­felt nach dem aus­führ­li­chen BNN-Arti­kel “Der Jazz­club steht erneut am Schei­de­weg” vom 09.12.1978 in einem öffent­li­chen Schlag­ab­tausch in der­sel­ben Tages­zei­tung. Berich­tet wird über unüber­brück­ba­re Gegen­sät­ze. Der Wirt muss an sei­ne Umsät­ze den­ken, der Club an die musi­ka­li­sche Ent­wick­lung.

23. Dezem­ber 1978

Karls­ru­her Jazz­mee­ting

Neben Gün­ter Boas & Blue­si­cans, Kar­ree, Hal Sin­ger und der Fre­de­ric Rabold Crew spielt wieder das Inter­ac­tion Jazz Orches­ter Karls­ru­he, kurz IAJOK, drei spe­zi­ell für die­sen Abend geschrie­be­ne Stü­cke.

BNN vom 23.12.1978

1979

Kon­zert-High­lights

Her­bert Joos Quar­tett (19.01.), Litt­le Wil­lie Litt­le­field (26.01.), Schü­ler-Pres­se-Info mit Joa­chim E. Ber­endt (17.02.), Arthur White Group (04.05.)

Febru­ar 1979

Aus­zug aus dem Post­wirt­kel­ler

Die letz­te Ver­an­stal­tung fin­det am 17.02.1979 statt. Aus dem Janu­ar­/­Fe­bru­ar-Pro­gramm: “In eige­ner Sache: (…) Wir müs­sen also spä­tes­tens zur Som­mer­pau­se wieder mal umzie­hen, und wis­sen noch nicht, wohin. (Wer einen geeig­ne­ten Kel­ler weiß, bit­te schnells­tens mel­den!)” Bern­hard Hen­kel wird als 2. Vor­sit­zen­der geführt. Ab März fin­den eini­ge weni­ge Ver­an­stal­tun­gen an wech­seln­den Orten statt, bspw. im Jugend­heim West, im Jugend­heim Anne Frank, der Uni­ver­si­tät.

Bernd Kon­rad Unit, Bad. Kunst­ver­ein, 11.02.1979 / Pla­kat-Gestal­tung: Rei­ner Haeb­ler

Okto­ber 1979

Ein­zug in die Schlacht­hof­gas­t­stät­te

Ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten eines neu­en Club­lo­kals wur­den in Erwä­gung gezo­gen, u.a. das Künst­ler­haus, die Kel­ler­räu­me unter dem Kro­ko­dil, eine Tank­stel­le in der Adler­stra­ße und der Brü­cken­pa­vil­lon in der Fritz-Erler-Stra­ße. Ein als Pro­vi­so­ri­um gedach­tes Lokal erweist sich als ver­läss­li­ches Obdach: die Schlacht­hof­gas­t­stät­te in der Dur­la­cher Allee 64.

30. Novem­ber 1979

10 Jah­re Jazz­club Karls­ru­he

Gro­ßes Fest in der Schau­burg mit 15 Grup­pen von Dixie bis Free. Wird fort­an wegen des gro­ßen Erfolgs jähr­lich aus­ge­tra­gen.

10-jäh­ri­ges Bestehen des Jazz­clubs – Gro­ßes Fest in der Schau­burg, 30.11.1979 / Pla­kat-Gestal­tung: Man­fred Pfeif­fer